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Betriebliche Ausbildung

Bessere Rahmenbedingungen für die Fachkräftesicherung

Damit die betriebliche Ausbildung weiterhin die Säule zur Sicherung eines qualifizierten Fachkräftenachwuchses bleibt, müssen Ausbildungsstrukturen bedarfsgerecht gestaltet, Ausbildungshemmnisse beseitigt und die Rahmenbedingungen verbessert werden.

Die betriebliche Ausbildung im dualen System ist durch die enge Verknüpfung mit der Arbeitswelt ein optimaler Start in den Beruf. Unternehmen engagieren sich daher auf breiter Basis für die Ausbildung – so bilden rund drei Viertel der dazu berechtigten Betriebe aus und investieren pro Jahr rund 28 Mrd. Euro in ihre rund 1,6 Mio. Auszubildenden. Bemerkenswert ist, dass sich – gerade auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten – die Ausbildungsleistung besser entwickelt als die Beschäftigung insgesamt.

Ausbildungsreife sicherstellen

Besondere Herausforderung ist, dass viele Jugendliche die Schule nicht mit dem erforderlichen Rüstzeug für die Ausbildung verlassen. Zahlreiche Ausbildungsplätze bleiben wegen fehlender qualifizierter Bewerber unbesetzt, Reparaturmaßnahmen im Übergangssystem sind nötig und verursachen hohe Kosten. Bildungspolitische Reformen müssen daher die Qualität der Schulen verbessern. Zur Ausbildungsreife gehört dabei auch eine fundierte Berufsorientierung, damit Schüler besser auf die Arbeitswelt vorbereitet sind. Berufsorientierung muss daher fest im Schulalltag verankert und in Kooperation mit der Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit vermittelt werden.

Für Jugendliche mit Schwierigkeiten am Übergang Schule/Ausbildung sind mehr praxisnahe Angebote erforderlich. Die betrieblichen Einstiegsqualifizierungen haben mit ihren hohen Übergängen in Ausbildung (rund 70 Prozent) gezeigt, wie hilfreich solche Angebote sind. Mehr Praxisklassen sowie eine verstärke Nutzung flankierender Hilfen (z.B. sozialpädagogische Begleitung) bei betrieblicher Ausbildung und Ausbildungsvorbereitung stellen die wirkungsvollsten Ansätze dar.

Ausbildungsstrukturen modernisieren

Die Modernisierung der letzten Jahre (rund 200 modernisierte und 60 neue Ausbildungsberufe seit 1996) muss konsequent fortgesetzt werden, damit die Ausbildungsberufe dem aktuellen Bedarf der Praxis entsprechen und neue Tätigkeitsfelder für Ausbildung erschlossen werden können. Dabei muss das Ausbildungsspektrum aufgrund des unterschiedlichen Begabungsprofils der Jugendlichen nach oben und nach unten weiter differenziert werden. Neben der Förderung leistungsstarker Jugendlicher durch Zusatzqualifikationen bedeutet Differenzierung auch, im Ausbildungssystem mehr Chancen für leistungsschwache Jugendliche zu schaffen. Gebraucht werden „schlanke“, flexible Berufe mit weniger komplexen Anforderungen.

Zudem braucht das duale Bildungssystem ein „Mehr“ an Flexibilität, Vielfalt, Durchlässigkeit und Transparenz. Hierbei geht es nicht um Flexibilisierung nach einem Einheitsmuster. Ziel sind vielmehr zusätzliche Gestaltungschancen und -optionen. Eine flexiblere Ausbildung kann insbesondere durch die Entwicklung von Ausbildungsbausteinen und die Bildung von Berufsgruppen bei verwandten Tätigkeitsprofilen erfolgen. Flexible Strukturen der Ausbildung, insbesondere eine Gliederung in Ausbildungsbausteine, erfordern zudem entsprechend flexible Strukturen der Prüfung und Zertifizierung. Es muss interessierten Branchen ermöglicht werden, neue Formen der Leistungsfeststellung zu erproben – unter Beibehaltung der öffentlich-rechtlichen Abschlussprüfung.

Rahmenbedingungen verbessern

Wachstums- und beschäftigungsfördernde Reformen sind die beste Ausbildungspolitik. Denn nur Betriebe, die optimistisch in ihre wirtschaftliche Zukunft blicken können, investieren in ihren Nachwuchs. Zudem kann eine flexiblere Gestaltung von Ausbildungsvergütungen v. a. auch leistungsschwächeren Jugendlichen, die mit erhöhtem Aufwand begleitet werden müssen, den Einstieg in betriebliche Ausbildung ermöglichen. Wichtig für die Betriebe ist zudem die Berufsschule als verlässlicher Partner, der sich insbesondere durch eine moderne Ausstattung und ein flexibles Zeitmanagement auszeichnet.
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