BDA International

Internationale Netzwerke stärken BDA-Arbeit

Die internationale Arbeit der BDA beinhaltet auch zahlreiche Netzwerkaktivitäten, von denen die Mitgliedsverbände profitieren. Dies ist zum einen die Kontaktpflege zu den Schwesterverbänden weltweit, bilateral und über die IOE, und zum anderen projektbezogene Kontakte, um Herausforderungen internationaler Personalpolitik im Interesse der Unternehmen voranzubringen.

Die IOE (International Organisation of Employers) ist die globale Stimme der Arbeitgeber. In dieser Eigenschaft wird sie immer wichtiger, denn die internationalen Branchengewerkschaftsbünde organisieren sich auf globaler Ebene immer umfassender und strategischer. Dies zeigt sich beispielsweise durch den Zusammenschluss der internationalen Branchengewerkschaften zur Global Union Federation, die es sich zum Ziel erklärt hat, die industriellen Beziehungen global auszubauen. Hierbei geht es vor allem darum, eine stärkere Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen auf Weltebene zu erreichen. Mit den sog. „International Framework Agreements“ als Rahmenvereinbarungen die zwischen einzelnen Unternehmen und den internationalen Branchengewerkschaften abgeschlossen werden, verschaffen sich die Gewerkschaften Zugang zu den Belegschaften der Unternehmen und versuchen diese national zu organisieren. Vor diesem Hintergrund kommt der IOE, neben ihrer Rolle als Arbeitgeberstimme in der ILO, eine strategische Bedeutung zu, um hier entgegensetzen zu können. Zu diesem Zweck hat die IOE auf Anregung der BDA das „Global Industrial Relations Network“ (GIRN) gegründet, in dem multinationale Unternehmen Mitglieder werden können. Sie finden hier nicht nur eine Plattform für den spezifischen Erfahrungsaustausch zu internationaler Sozialpolitik und industriellen Beziehungen, sondern können bei konkreten Problemen, gerade mit Framework Agreements, auch Beratung erhalten.

Engere Kontakte in die Mittelmeerregion

Projektbezogene internationale Zusammenarbeit realisiert die BDA sowohl mit zahlreichen osteuropäischen Ländern, wie auch in den Mittelmeeranrainerstaaten. Im Februar 2008 hat die BDA mit der Vereinigung der Unternehmerverbände im Mittelmeerraum (UMCE Businessmed), ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. UMCE-Businessmed repräsentiert Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände aus den Mittelmeer-Anrainerstaaten Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Malta, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien, Türkei und Zypern. Es liegt im Interesse der deutschen Wirtschaft, die Kontakte in den Mittelmeerraum auszubauen und eine stärkere Anbindung an die Union im Sinne einer nachhaltigen Nachbarschaftspolitik zu unterstützen. Die BDA will mit UMCE die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mitgestalten und damit auch einen Beitrag zur Friedenssicherung in der Region leisten. Umgekehrt ist für die Mittelmeerregion die deutsche Wirtschaft ein wichtiger Partner innerhalb der Europäischen Union, vor allem in Hinblick auf die Schaffung einer möglichen Euro-Mediterranen Freihandelszone bis 2010. Eine engere Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft bringt die Mittelmeerregion diesem Ziel ein Stück näher.

Personalpolitik vor großen Herausforderungen

Ein Beispiel wie diese internationalen Netzwerke sich in der Praxis bewähren, zeigt sich an der Frage internationaler Mobilität von Fach- und Führungskräften: Die Vollendung des Europäischen Binnenmarkts und die Globalisierung haben dazu geführt, dass Unternehmen zunehmend grenzüberschreitend tätig sind. Damit nimmt auch die Mobilität von Führungskräften und Fachspezialisten zu. Trotz der immer stärkeren weltwirtschaftlichen Verflechtung sind die Arbeitsrechts-, Arbeitsmarkt- und Sozialsysteme in den Mitgliedstaaten der EU sehr heterogen und basieren auf grundlegend unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Traditionen, ganz zu schweigen von den Rechtssystemen außerhalb der EU. Global ausgerichtete Unternehmen können einerseits die nationalen Unterschiede zur Erzielung von Wettbewerbsvorteilen ausnutzen. Andererseits führt das Management der Schnittstellen (z. B. durch Rückgriff auf nationales Expertenwissen) zu erheblichen Kosten für die Unternehmen. Die BDA begleitet diese Fragen intensiv mit den Unternehmen und hat anhand von konkreten Beispielen untersucht, welchen Beitrag eine Anpassung europäischer Regulierung zur Lösung der Herausforderungen, die sich in den Unternehmen stellen, leisten kann. Dazu werden auch die bilateralen Kontakte genutzt, um konkrete Probleme vor Ort anzugehen.
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