Eine Branche boomt
Zeitarbeit bringt Schwung in den Arbeitsmarkt
Die Zeitarbeitsbranche hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Arbeitsmarkt insgesamt wieder in Schwung gekommen ist. Die BDA warnt entschieden davor, den Erfolg der Zeitarbeitsbranche durch Reformrücknahmen und neue Reglementierungen zu torpedieren.
Im Jahre 2007 sind mehr als ein Viertel aller neuen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in der Zeitarbeit entstanden. Damit war diese Branche der Beschäftigungsfaktor Nummer eins. Ende 2007 waren über 721.000 Arbeitnehmer in der Zeitarbeitsbranche beschäftigt, ca. 14 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Der europäische Vergleich zeigt weiteres Wachstumspotential: Der Anteil von Zeitarbeitnehmern an der Gesamtbeschäftigung liegt mit ca. 1,5 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt von 2,0 Prozent.
Zeitarbeit eröffnet also den Arbeitnehmern die Chance zur Qualifizierung durch Beschäftigung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration in den Arbeitsmarkt. Fast zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer haben durch Zeitarbeit die Chance erhalten, die Arbeitslosigkeit zu überwinden. Rund 13 Prozent der Zeitarbeitnehmer waren zuvor mehr als ein Jahr ohne Beschäftigung und damit langzeitarbeitslos. Die Branche trägt so wesentlich zum Abbau der Arbeitslosigkeit bei. Sie erfüllt zudem eine Brückenfunktion in Beschäftigung außerhalb der Zeitarbeit. Fast der Hälfte der Zeitarbeitnehmer gelingt aus der Zeitarbeit eine Anstellung beim entleihenden oder einem anderen Unternehmen.
Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels wird das Thema Ausbildung und Qualifizierung für Zeitarbeitsunternehmen weiter an Bedeutung gewinnen. Nur so können Zeitarbeitsunternehmen ihren Kundenunternehmen das gewünschte Personal zur Verfügung stellen. Zugleich leisten sie so einen wichtigen Beitrag zur Überwindung des Fachkräftemangels.
Neue Regulierungen sind gefährlich
Zeitarbeit wird von den Unternehmen in erster Linie als Instrument genutzt, um schwankenden und daher zeitlich begrenzten Bedarf an Personal flexibel zu decken. In diesem Zusammenhang spielt Zeitarbeit auch eine Rolle als Ventil für das ansonsten starre und unflexible Arbeitsrecht.
Die BDA warnt entschieden davor, den Erfolg der Zeitarbeitsbranche durch Reformrücknahmen und neue Reglementierungen zu torpedieren. Neue Beschränkungen der Zeitarbeit würden den Unternehmen die notwendigen Flexibilitätsreserven nehmen. Dies hätte über die Zeitarbeit hinaus negative Folgen für den Standort Deutschland.
Derzeit scheidet die Zeitarbeit auch als Aufnahmekandidat für das Entsendegesetz aus. Es besteht in der Zeitarbeitsbranche keine Entsendeproblematik, weil dies durch die noch immer bestehenden Beschränkungen der Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten ausgeschlossen wird. Bei nahezu 100 Prozent Tarifbindung in der Branche bestehen auch keine sozialen Verwerfungen. Eine Aufnahme der Zeitarbeit in das Entsendegesetz kommt frühestens 2011 nach der Herstellung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit in Betracht. Allerdings setzt dies voraus, dass ein nach den Regeln des Tarifvertragsgesetzes für allgemeinverbindlich erklärter Tarifvertrag vorliegt und dadurch keine konkurrierenden Branchentarifverträge verdrängt werden.
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